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oder Freitag der 13 einmal anders …

freitag 002 300 Zwei dumme Tussen

Donnerstag der 12.02.

Es war wieder einer dieser Tage, Sabrina Schneider wachte mit schlechter Laune auf gestern hatte sie mal wieder einem Typen den Laufpass gegeben. Der sah zwar nett aus und hatte einen schönen Porsche, aber er hatte doch wirklich verlangt, dass sie
beim Sex, sein Ding in den Mund nehmen sollte. Und als sie sich weigerte, war er auch
noch enttäuscht gewesen. Für was hielten die Männer sie denn? Sie war eine anständige junge Dame! Igittigit nein so etwas würde sie nie tun!

Von außen betrachtet war sie im Grunde genommen das Parade-Beispiel für eine blöde, blonde Zikke aus reichem Elternhaus, die sich nie über etwas anderes Gedanken machen musste, außer über die Farbe ihrer Kunstnägel.

Sabrina war heute morgen in Ihrem Luxus Apartment in der Mannheimer Innenstadt auf- gewacht, hatte sich geduscht, gut gefrühstückt und sich danach – wie immer morgens – im Kleiderschrank verlaufen.
Gegen Neuen Uhr kam ihre Reinigungskraft und brachte die neue Vogue, sowie die Post mit.
Da die junge Dame, osteuropäischer Herkunft, ca. 3 Minuten zu spät war, hatte sie
doch immerhin jemanden gefunden, an der sie ihren morgendlichen Frust auslassen konnte. “Putzfrau, was eine minderbemittelte Tätigkeit”, dacht sie sich, wie kann man sich nur so gehen lassen und den Dreck anderer Laute weg machen. Also sie würde so etwas bestimmt niemals tun müssen. Ihre einzige Aufgabe bestand darin, schön auszusehen. Danach hatte sie die Zeitung und die Post in ihrem Gucci Täschchen verstaut, war in ihren schnieken, schwarzen Roadster geklettert und Richtung Fitnessstudio gebraust.
Der Tag versprach wie jeder andere zu werden, einfach nur öde und langweilig.
Gegen 17.00 hatte sie noch einen Massagetermin und dazwischen wollte sie sich die Zeit noch ein wenig mit shoppen totschlagen. Da fiel ihr ein sie könnte ja auch mal wieder im Golf Club vorbeischauen. Dort konnte man immer so herrlich den neuesten Gerüchten aus der “Upper Class” der Stadt lauschen.

Im Fitnessstudio angekommen ging sie direkt an die Bar, bestellte sich einen Milch- shake mit L-Carnetine – für die Gesundheit. Und dass sie auch schön noch das 1 überflüssige Kilo bei ihrem Pseudo-Training auf der Cardio Maschine abnehmen würde. Sabrina packte aus ihrer Tasche die neue Vogue und begann, wie immer als erste, die Seite mit dem Horoskop zu lesen.
Die Kellnerin hatte ihr gerade den Shake gereicht, als ihr Blick auf eine Annonce, welche in fetten Lettern neben dem Horoskop stand, fiel.
Dort war zu lesen, dass das Nationaltheater noch eine Nebendarstellerin für ein klassisches, englisches Bühnenstück suchte. Bewerberinnen sollten sich telefonisch bei 0621 633xxx melden.
Sabrina war auf einmal wie elektrisiert. Das wäre doch mal etwas! Sie in einer Rolle
von “Shakesbear” oder wie der hieß … da konnte sie vor ihren Freundinnen mal wieder so richtig glänzen und ein besonders schönes Kleid würde sie bestimmt auch tragen.
Voll Enthusiasmus packte sie ihr nagelneues Nokia aus, lies gekonnt aufreizend den Deckel aufklappen und tippte die angegebene Nummer ein. Nach 3 mal Klingeln bekam sie eine Verbindung. „ Hallo ja, hier ist Sabrina Schneider. Ich rufe an wegen ihres Inserates in der Vogue und wollte fragen, ob denn die Rolle noch zu haben ist?“.
„Ja wirklich … hat noch niemand angerufen! … Bitte? … Wie ich aussehe? … Ah ja natürlich. Also bin blond, schlank, 170, 55 Kilo, blaue Augen. … Das würde passen, prima und wo soll ich zum Vorsprechen hinkommen?”, sprach sie in die Muschel.
„Ah, ins Künstler Atelier und wo bitte ist das? Hafenstraße 23 … gut und wann?
Morgen 12.30 Uhr. Vielen Dank. … Ja sicher, ich kann später noch einmal wegen den Personalien anrufen, wenn ihr Kollege wieder da ist. … Ja dann biss denn.”
Sabrina tippe auf die rote Taste mit dem Hörer, welche das Gespräch beendete. Ihr Herz schlug stakatto. Sie war ziemlich aufgeregt.
“Hallo Bediengung einen Cafe bitte. Ich brauche jetzt schnell einen Cafe, nein halt besser ein Glas Sekt, aber mit viel Orangensaft!”
Den Rest des Morgens verbrachte sie damit, ihren Freundinnen aus dem Colf Club die aufregenden Neuigkeiten zu unterbreiten.

Wie verabredet, war sie am nächsten Tag im Mannheimer Stadtteil Jungbusch erschienen. Sicher, es war ihr schon etwas mulmig hier, in diesem heruntergekommen Viertel. Doch die Erklärung das die Stadt Mannheim sparen müsste und deshalb der Etat des Theaters ziemlich zusammengestrichen worden war, was wiederum bedingte das Proberäume hier gemietet werden mussten, wo es günstig war, wirkte für sie wirklich einleuchtend. Das Gebäude war aus dem Anfängen des 19. Jahrhunderts, 4 Etagen hoch und hatte in der Front ein breites zu gehangenes Schaufenster. Der Laden war wohl früher einmal von einer Metzgerei gemietet gewesen. Sie war schon ganz aufgeregt, hatte sie doch nach Rückfrage ihre Freundinnen und 2 Jungs aus dem Golfclub für das Ende der Probe hierher bestellt. Sie wollte ihnen unbedingt vorführen, was sie nun wieder tolles machen würde. Sie klingelte wie ausgemacht im ersten Stock.
„Ja hallo”, kam nach kurzer Zeit Antwort. „Hallo, hier ist Sabrina. Ich komme wegen des Theaterstückes zur Probe.” Mit einem elektronischen ‘Bsss’ schwang die Tür auf.
“Erste Tür im Hof rechts und nicht wundern der Lichtschalter im Treppenhaus ist defekt.”, hörte sie noch. Sabrina tat wie ihr geheißen. Im Erdgeschoss ging eine Tür auf.

“Hallo Sabrina, ich bin Mark, der Choreograf. Du bist ein wenig zu früh. Die anderen kommen erst noch, aber wenn du magst, kannst du ja schon einmal dein Kostüme anprobieren. Die Sachen liegen dort, an der Wand, in den Tüten. Auf deiner steht dein Name darauf. Dort hinten ist eine kleine Kammer. Dort kannst du dich umziehen.”

Sabrina betrachtete den großen leeren Raum. Aus einer Stereoanlage klang klassische Musik. Es roch etwas muffig, so als wenn hier schon Jahre niemand mehr gelüftet hätte. In einer Ecke lagen ein paar Ballerina Schuhe und an den Wänden hingen Plakate des Theaters. Sabrina ging wie geheißen in die Kammer. Dort stand nur ein einfacher Stuhl und an der Wand hing ein Spiegel. Sabrina lehrte die Tüte vorsichtig, über dem Stuhl aus, ordentlich zusammengefaltet lag darin, ein zauberhaftes, rotes Kleid mit prachtvollen Stickereien, wie aus der Mode des 17. Jahrhunderts. Eine schwarze Schnürkorsage mit Strapsen, welche ihre kleine Brüste aussparte, schwarze Netzstrümpfe, sowie ein schwarzer Spitzenslip.
Normalerweise würde Sabrina so etwas niemals anziehen, denn dies wahr wohl nur einer Hure würdig, nicht aber einem anständigen Mädchen. Wie sie aber aus dem Schulunterricht ihres elitären Mädcheninternates noch zu wissen glaubte, gab es im 17. Jahrhundert noch keine Strumpfhosen und dass damals die Frauen von Welt sich alle in solche Folterinstrumente klemmten. Nun denn, sie schritt zur Tat und entledigte sich ihrer Kleidung. Sie hatte gerade die Strümpfe angezogen und das Korsett geschnürt, als plötzlich das Licht ausging. Sabrina dachte erst an einen Stromausfall, bis sie den süßlichen Duft des Gases in ihrer Nase spürte. Doch in diesem Moment war es bereits zu spät. Sabrina sacke bewusstlos auf dem Stuhl zusammen.

Als Sie eine Stunde später mit starken Kopfschmerzen wieder aus ihrer Ohnmacht erwachte, bekam sie den Schreck ihres Lebens. Ihr gegenüber war ein 50 X 90 cm großer Rollspiegel, so aufgestellt, dass sie sich in allen Einzelheiten betrachten konnte.

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